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Das erste Kaffee-Equipment

Alles hat damit angefangen, dass ich vor einiger Zeit den Umweltaspekt meines Nespresso-Konsums verbessern wollte. Also habe ich die mir eine wiederbefühlbare Kapsel aus Edelstahl besorgt, was sich tatsächlich als sehr viel aufwändiger und weniger lecker herausgestellt hat als erhofft. Also habe ich über den Tellerrand geschaut und mir überlegt, was meinen Kaffeegenuss verbessern würde. Meine Überlegung möchte ich gerne hier mit dir teilen.

Grundsätzlich habe ich mir den Einstieg in die Welt des Spezialitäten-Kaffee viel einfacher vorgestellt als es mir mittlerweile erscheint. Ich dachte, der Schlüssel zu einem guten Kaffee sei, guten Kaffee zu kaufen und damit wäre es getan. Aber ich finde es nicht mal leicht, guten Kaffee zu erkennen und sich für den passenden für meinen Geschmack zu entscheiden.

Wie kauft man guten Kaffee?

Kaffee ist eines dieser Hobbys, bei dem man zuerst nicht erwartet, wie tief der Kaninchenbau tatsächlich führt, wenn man gerade erst anfängt, hineinzuschauen. Aber wer anfängt sich zu informieren, erfährt einige Punkte relativ schnell, die man im Blick haben sollte.

Man soll auf das Röstdatum achten, den Kaffee innerhalb eines bestimmten Zeitfensters verbrauchen, der Kaffee sollte aber auch nicht zu frisch aus der Rösterei sein. Außerdem gibt ähnlich wie bei Wein bereits die Herkunft Anhaltspunkte über den Geschmack. Zusätzlich sollte man auf Nachhaltigkeit und Fairness gegenüber den Produzenten achten. Und natürlich sollte man möglichst ganze Bohnen kaufen.

Zuviel falschen Kaffee gekauft

Aber als ich meine Kaffee-Genussreise begonnen habe, war mir nicht bewusst, dass ich schon beim Einkaufen soviel beachten kann. Und sollte. Also habe ich für meine Espresso-Versuche den besten Kaffee aus dem letzten Öko-Test gekauft. Ich war der Meinung, der Testsieger muss ja gut sein.

Die kleinste erhältliche Packungseinheit beinhaltet ein ganzes Kilo ganze Bohnen. Ich wusste zu dem Zeitpunkt nicht, dass diese Menge viel zu groß ist. Selbstverständlich habe ich vorher nicht mal darüber nachgedacht, wie man Kaffee denn so lagern soll.

Das erste Kaffee-Equipment

Aber was mir sofort klar war: ich habe ganze Bohnen gekauft, die müssen gemahlen werden. Ich dachte, jede beliebige Handmühle kann mir meinen Kaffee mahlen und es gibt Mühlen ja schon ab 15 Euro. Als ich dann meine erste Handmühle suchte, erschrak ich über die Preise, die bis in für mich utopische Spähren wuchsen. Ich bin bei meinen Recherchen sogar über Handmühlen für über 1.600 Euro gestolpert. Und ich bin mir sicher, dass das wahrscheinlich nicht das Ende der Fahnenstange ist.

Plötzlich stellte ich fest, dass nur wenige Handmühlen Bohnen fein genug für Espresso mahlen können. Aber genau den wollte ich doch zubereiten. Zu guter Letzt habe ich mich für die Timemore Slim Plus Handmühle mit Edelstahl E&B (Espresso & Brewing) Kegelmahlwerk entschieden. Das ist zwar kein Schnäppchen, aber sie ist für mich die günstigste Handmühle, die zuverlässig meine Kaffeebohnen konsistent mahlt. Und ich muss zugeben, dass sie mir auch optisch und haptisch extrem gut gefällt.

Faktoren für Kaffeegeschmack

Als wäre das noch nicht genug, liegt es dann aber immer noch in unseren Händen, ob wir einen tollen Kaffee vielleicht doch noch versauen. Denn je nach Zubereitungsart gilt es jetzt noch auf den Mahlgrad, die Wassertemperatur, die Zubereitungsdauer und das Verhältnis von Kaffee zu Wasser zu achten. Obendrein kann auch noch das Wasser selbst einen geschmacklichen Einfluss auf das Resultat haben.

Messbar leckerer Kaffee

Wenn man es denn geschafft hat, echt leckeren Kaffee zuzubereiten, möchte man nach Möglichkeit beim nächsten Mal dasselbe Ergebnis erzielen. Und wenn es nicht so richtig gut war, möchte man vielleicht etwas verändern. Deswegen sollte man alles, was man messen kann, auch tatsächlich messen.

Wiegen, wiegen, wiegen

Ist der richtige Malgrad ermittelt, gilt es Brühdauer und Mengen im Auge zu behalten. Das Smartphone dient als Stoppuhr und eine Küchenwaage hat auch fast jeder. Oder man sucht sich eine möglichst reaktionsschnelle und genaue Kaffeewaage, die beides vereint. Weil ich mit meiner Mühle schon so gute Erfahrungen gemacht hatte, habe ich mir auch noch die Black Mirror Basic Plus ebenfalls von Timemore gegönnt.

Exakte Rezepte sind trotzdem falsch

Wenn man sich im Netz umsieht, gibt es unendlich viele Rezepte für unendlich viele Zubereitungsmethoden. Dabei sind alle Angaben nur Empfehlungen. Denn selbst wenn man dieselbe Brühmethode und dasselbe Zubehör nutzt, dann hat man weder den selben Kaffee, in der selben Röstung, aus der selben Marge und brüht nicht mit dem selben Wasser auf der selben Höhe.

Ehe ich in das Thema eingestiegen bin, war mir beispielsweise überhaupt nicht bewusst, das Wasser in meiner Region aufgrund der Höhe bereits bei 98° Celsius kocht. Ich habe Wasser aufgekocht und habe dann die Zeit gestoppt, in der das Wasser voraussichtlich auf die empfohlene Temperatur abgekühlt sein müsste.

Faulheit und Kontrolle siegt

Mittlerweile ist auch eine elektrische Schwanenhalskanne mit einigen Features in meine Kaffeeroutine eingezogen. Und ich liebe jeden Aspekt meines elektrischen Wasserkochers Brewista Artisan mit einem Liter Fassungsvermögen. Lediglich der integrierte Timer, den ich aufgrund meiner Waage eh nicht nutze, ist etwas überflüssig konstruiert, da er automatisch erlischt, wenn man die Kanne erneut auf die Basis stellt.

Meine Zubereitungsmethode

Es gab verschiedene Brühmethoden, die ich näher ins Auge gefasst hatte für meinen Start und die für meine weitere Entwicklung auch definitiv noch in Zukunft in mein Repertoire einfließen werden. Zur Auswahl standen für mich die beiden Pour-Over-Methoden im Hario v60-Filter oder die Chemex, außerdem die Full-Immersion-Varianten Aeropress oder French Press, sowie der gute, alte Klassiker in Form einer Bialetti Mokkakanne.

Ich habe mich letztlich für die Methode der French Press entschieden. Allerdings habe ich mich für eine Espro P5 French Press entschieden, die aufgrund der Bauart ihrer Siebe und der Option zusätzliche Papierfilter nutzen zu können, nochmal eine Sonderform unter den Stempelkannen einnimmt.

Das ist der Weg

Auch wenn ich mit dieser Entscheidung absolut glücklich bin, weil ich verschiedene Faktoren für mich abgewogen haben, würde ich niemandem empfehlen so Hals über Kopf in dieses Hobby einzutauchen. Ich würde sogar einem anderen Neueinsteiger davon abraten mit einer French Press zu beginnen. Denn gerade am Anfang sollte man vielleicht eher kleinere Mengen brühen und verschiedene Rezepte ausprobieren, statt sich morgens direkt einen Tagesvorrat Kaffee zu brühen.

Zwischenzeitlich ist dann aber noch der Klassiker der Pour-Over-Methoden bei mir eingezogen und ich besitze einen Hario V60 Dripper aus Glas in der Größe 02. Und mittlerweile hat sich diese Methode zu meiner täglichen Routine entwickelt. Allerdings muss ich gestehen, dass diese Zubereitung auch am wenigsten verzeiht, wenn man unaufmerksam oder hektisch an seinen Bohnensaft möchte.

Wenn ich schnell eine Tasse Kaffee zubereiten möchte, ist meine dritte Zubereitungsart meine Allzweckwaffe, wenn es auch dafür gefühlt unendlich viele Rezepte vom Anfänger bis zum Weltmeister gibt. Die Rede ist von der Aerobie AeroPress, die ich in der To Go Variante besitze, da ich sie auch unterwegs nutzen möchte. Praktischer ist aber die AeroPress in der Standard-Ausführung. Und für den Transport ist sie eigentlich genauso gut geeignet.

Du kannst das besser

Auch wenn ich jeden Teil meines persönlichen Kaffee-Equipments fast vorbehaltlos empfehlen kann und alles genauso wieder machen würde, würde ich jedem Einsteiger eher nur zu einer guten Mühle und zu einer Aeropress raten. Alternativ könnte man auch einen Hario v60 ins Auge fassen. Alles weitere kommt mit der Zeit, wenn man weiter in das Themengebiet eindringen möchte.

Ich bin bereits der Thematik vollkommen verfallen, habe mir bereits relativ zukunftsorientiert gutes Equipment ausgesucht und habe trotzdem auch schon weitere Pläne für die Zukunft. Und plötzlich gefallen einem die eigenen Kaffeepötte nicht mehr und man sucht nach schöneren Kaffeetassen oder dazu passenden Kaffeelöffeln. Und man träumt jetzt schon von der eigenen Zweikreiser-Siebträgermaschine. Wo soll das alles bloß noch hinführen? Meine Reise in die Kaffeewelt kannst du auf jeden Fall immer bei Instagram verfolgen, wenn du Lust darauf hast.

Wie sieht dein tägliches Kaffeeritual aus? Ist Kaffee für dich lediglich ein Wachmacher? Wie trinkst du deinen Kaffee am liebsten? Hast du schon mal richtigen Spezialitätenkaffee probiert?

2 Kommentare

  1. Toboter Toboter

    Hallo Ryk,
    der Artikel ist sehr interessant und liest sich sehr flüssig.
    Ich bin zu meiner Schande zu Hause Vollautomatenkaffeetrinker, weil ich für alles andere zu faul bin. Meine Eltern haben eine Siebträgermaschine mit zwei Heizkreisen, von daher kenne ich guten Kaffee und die Herausforderung damit. Da ich deinen Ausschweifungen in einem gewissen Podcast jetzt schon seit einer guten Weile folge, habe ich mir tatsächlich schon überlegt, eine Handmühle und eine Aeropress zu kaufen, zumal ich das auch gut fürs Camping nutzen könnte. Hierfür nutze ich bisher eine Petromax Perkolator Kanne, die macht je nach Kochzeit eine starke oder stärkere, schwarze Brühe, sehr rudimentär, aber passend zum Einsatzzweck.

    • Gerade für den Einsatz beim Camping finde ich die AeroPress optimal. ⛺️ Deswegen habe ich mir auch die To-Go-Variante besorgt.

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