Ein sehr persönlicher Blick auf die Preisentwicklung der LEGO Botanical Sets

Seit ihrer Einführung hat unter vielen anderen Themenwelten die LEGO Botanical Collection viele erwachsene Fans wie mich begeistert. Filigrane Blumensträuße, Bonsai-Bäume und andere florale Kreationen bieten nicht nur Bauvergnügen, sondern auch dekorativen Charme für das eigene Zuhause. Besonders weil ich einen kompostbraunen statt eines grünen Daumens habe und trotz meines Heuschnupfens die Natur sehr liebe, finde ich diese Themenwelt besonders schön. Doch während die Sets in den vergangenen Jahren preislich noch moderat blieben, fällt mir seit diesem Jahr hier und da eine deutliche Preissteigerung ins Auge. Mir persönlich macht das teilweise große Sorgen. 

Von erschwinglich zu exklusiv?

Zwischen 2021 und 2024 bewegten sich die Preise der Botanical Sets meiner Ansicht nach durchaus in einem verhältnismäßig moderaten Rahmen. Auch in diesem Jahr im Juni zeigte sich das bei Modellen wie bei den Sets Kleiner Sommerstrauß (10347) aus dem Mai oder den Fröhlichen Pflanzen (10349) von Juni, die ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis boten, besonders beim Teilepreis. Der Blumenstrauß kam mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 29,99 € für 373 Teile auf einen Teilepreis von rund 8 Cent pro Teil. Die fröhlichen Pflanzen richten sich mit 217 Teilen zu einem Preis von 19,99 € mit dem Teilepreis von 9,2 Cent, wie das zuvor genannte Set auch direkt an Kinder ab 9 Jahren. 

Fröhliche Pflanzen

Der Japanische Rote Ahorn – Bonsai-Baum (10348) erschien ebenfalls im Juni als Bausatz, wie von der Botanical Collection gewohnt, an Erwachsene gerichtet, aber zu einem merklich höheren Preis. Für 59,99 € bekommt man bei LEGO dafür nur 474 Teile. Das entspricht rund 12,7 Cent pro Teil. Das könnte durchaus ein Ausrutscher sein, der mich aber besonders wegen der vielen, für mich farblich störenden, grauen Elemente stört. 

Im August erschien dann das Set Mini-Bonsais (10373) mit 709 Teilen für 59,99 €, das mit 8,5 Cent pro Teil schon wieder moderat bepreist wurde. Aber mit dem Hibiskus (10372) mit 660 Teilen für 69,99 € rutscht LEGO schon wieder deutlich in Richtung der Preis-pro-Teil-Ratio von lizenzierten Produkten im LEGO Portfolio. Wenn man sich mal die Rückseite des Sets ganz ohne Blüten und mit nur ein paar grünen Blättern anschaut, dann bin ich persönlich allerdings doch sehr enttäuscht. 

Keine Lizenzen und trotzdem höhere Preise?

Während Lizenz-Themen wie Star Wars oder Marvel oft mit zusätzlichen Kosten an die Kooperationspartner begründet werden, basieren die Botanical Sets ausschließlich auf Eigenentwicklungen. Das wirft für mich einige Fragen auf: Warum steigen die Preise so stark? Woher kommen die Preissteigerungen? Sind höhere Produktionskosten, Marketingstrategien oder eine bewusste Premium-Ausrichtung verantwortlich? Ich würde mir wünschen, ich hätte Antworten darauf. 

Sammelleidenschaft unter Druck

Für mich als erwachsenen LEGO-Fan sind die Botanical Sets eine bezahlbare Alternative zu den Lizenz-Themen. Doch steigende Preise schmälern diese Zugänglichkeit. Wer wie ich ohnehin nur noch BrickHeadz, kleinere City-Sets und eben Botanical-Modelle sammelt, muss inzwischen genau abwägen. Einige Neuheiten bleiben trotz Begeisterung auf der Wunschliste oder schaffen es nicht einmal mehr darauf. Wie beispielsweise das in meinen Augen wunderschöne LEGO Art Set Vincent van Gogh – Sonnenblumen (31215). Trotz eines durchaus guten Teilepreises ist das Bild mit 2615 Teilen für einen Preis von 199,99 € weit außerhalb meines aktuellen Budgets. Wenn selbst kleine Sets aus bestimmten Serien preislich aus meinem Rahmen fallen, schrumpft für mich auch die Motivation, meine Sammlung zu erweitern.

Luxusmarke LEGO? Ein Ausblick mit Augenzwinkern!

Es drängt sich mir ein wenig der Eindruck auf, dass LEGO vielleicht ganz bewusst auf dem Weg zu einer Luxusmarke à la Dior, Gucci oder Ferrari ist. Vielleicht sehen wir in Zukunft LEGO-Ausstellungen nur noch in Monaco, Aspen oder Dubai, während Sammler mit normalem (oder wie bei mir geringem) Budget außen vor bleiben. Sicher ist nur eines, was mir definitiv blüht: Wenn einzelne BrickHeadz irgendwann 14,99 € kosten, steht für mich die Frage im Raum, ob ich mein Hobby schweren Herzens an den Nagel hängen muss.

Versteht mich nicht falsch. Ich möchte keine Stimmung gegen LEGO machen. Die Sets zu sammeln, zu bauen und dekorativ zuhause hinzustellen, vielleicht sogar trotz meines Alters auch damit zu spielen, ist für mich ein wunderbares Hobby. Da ich mit LEGO auch eher einen Teil meiner Kindheit nachhole, ist es für mich auch weniger ein Nostalgiefaktor. Deshalb liegt mein Fokus auch eher auf neuen Modellen. Aber obwohl neben den BrickHeadz vor allem LEGO Star Wars ursprünglich meine Lieblingsthema war, habe ich dieses, aufgrund der steigenden Kosten für immer größer werdende Sets und meiner Meinung nach schlechteren und zunehmend liebloseren Umsetzungen, den Rücken gekehrt und neue Möglichkeiten in dem LEGO Sortiment gefunden.

Wenn man sich wirklich fundiert und sachlich mit der Preispolitik von LEGO beschäftigen möchte, dann findet man bei StoneWars dazu eine wirklich tolle Übersicht. Diese Herangehensweise wollte ich einfach mal durchbrechen und mir meine subjektiven Emotionen von der Seele schreiben. Ich glaube, es ist auf dieser Gefühlsebene tatsächlich auch gewissermaßen repräsentativ, weil sich die meisten Menschen nicht für das gesamte Portfolio von LEGO entscheiden, sondern in der Regel nur einen begrenzten Interessensbereich haben und ausschließlich auf diesen achten.

Ich hoffe, dass jetzt niemand deprimiert auf sein Hobby blickt und wünsche viel Spaß bei allem, was ihr in eurer Freizeit macht.

Alles Liebe

Euer Ryk

Kommentare

Hey Ryk, alter Klötzchen-Kumpel!

Dein Blogeintrag trifft den Nagel auf den Kopf, oder besser gesagt, die Noppe auf den Stein. Es ist schon verrückt, wie sich die Preise entwickeln. Bald muss man ein ganzes Wochenende nur arbeiten, um sich ein paar bunte Steine leisten zu können. 😉

Aber mal ehrlich: Deine ehrliche Abneigung gegen die grauen Elemente im Ahorn-Bonsai, die fühle ich zutiefst. Wer braucht schon so viel Grau, außer vielleicht für eine anständige Gefängniswand?

In diesem Sinne: Lass dir dein Hobby nicht vermiesen und möge dein nächster Einkauf im Lego-Shop nicht auf einem Luxusboot in Monaco stattfinden.

Bis bald Schnuckipu!

Dein Wade

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